Überblick
Die Kletterfelsen Tanzboden und Silvesterfels liegen im nördlichen Frankenjura im Gebiet Gößweinstein und bieten eine kleine, aber feine Auswahl an Routen für Anfänger bis Fortgeschrittene.
| Beste Saison | Frühling, Sommer, Herbst |
| Exposition und Wetter | Schattig im Wald gelegen, Tanzboden: Ost | Silvesterfels: Nord |
| Felsart und Routencharakter | Kalkstein mit kleinen Leisten und Löchern, überhängend bis senkrecht |
| Schwierigkeitsgrad | 5 bis 8+ |
| Wandhöhe und Absicherung | 12m, sehr gut |
| Material | 40 m Einfachseil, 10 Expressen, Material zum Umbauen am Umlenker |
| Topos / Literatur | Panico: Kletterführer Frankenjura Band 1, Gebro: Franken 1, https://www.frankenjura.com/klettern/region/36 |
| Parksituation | ca. 10 Parkplätze |
| Zustieg | 2-10 Minuten |

Die zwei Kletterfelsen bieten 14 Routen mit Schwierigkeitsgraden zwischen 5 und 8+, wobei die meisten Touren im 7. Schwierigkeitsgrad angesiedelt sind.
Parken & Zustieg
Der Parkplatz liegt unmittelbar am Ortsrand von Gößweinstein im Wald. Auf dem Schotterplatz ganz nah bei der Straße haben ca. 10 Fahrzeuge Platz, auch große Vans werden hier fündig. Als wir gegen 09:30 Uhr morgens dort ankamen, waren wir die Ersten, als wir mittags jedoch wieder losgefahren sind, waren fast alle Plätze belegt. Früh ankommen lohnt sich hier sicher.
Kletterei
Die Kletterei ist typisch für das Frankenjura: kleine Leisten und Löcher in sehr griffigem Kalkstein. Die Routen, die wir ausprobiert haben, glänzten mit kurzer, aber sehr schöner Kletterei, meist mit einer kniffligen oder kräftigen Schlüsselstelle. Der Fels scheint trotz schattiger Lage relativ gut abzutrocknen, als wir dort waren konnten wir alles problemlos klettern, obwohl es am Tag zuvor den ganzen Vormittag geregnet hatte.

Der Kletterfels Tanzboden liegt schattig im Wald mit ostseitiger Exposition. Wir waren vormittags dort und hatten aber kaum Sonne durch das dichte Blätterdach. Perfekt an heißen Tagen. Auf der rechten Seite finden sich zwei leichte Routen: eine 5 und eine 6-, die übrigen Routen variieren zwischen 7- und 8+.

Von uns begangene Routen
Tanzboden
- Vorglüher (6-): Schöne Aufwärmroute an guten Griffen. Ziemlich kräftig für den Grad.
- Türsteher (7-): Tolle Route auf der rechten Seite, sehr lohnenswert! Der Ausstieg ist ziemlich kräftig.
- Ballroom Blitz (8-): Klassische Frankenjura Route, tolle Bewegungen und kleinste Löcher.
- Funny Tummy (8): Knackige Boulderpassage über den Wulst mit kleinen Fingerlöchern. Wenn man gut steht auch gut machbar. Die Route war übrigens die erste Onsight begangene 8 für Yannick!
Silvesterfels
- Miss Sophie (7-): Senkrechte Kletterei, Griffe suchen lohnt sich!

Auch der Silvesterfels liegt schön schattig im Wald: Es gibt 4 Sportkletterrouten und 3 Bouldertraversen, die Charaktere aus „Dinner for One“ dienen als Routennamen – daher auch der Name Silvesterfels. Hier wird klassische fränkische Lochkletterei an scharfkantigen Griffen geboten. Klein aber fein!

Praktische Tipps
Besonders gut eignen sich diese Sektoren im Sommer wenn es heiß ist, da sie schattig im Wald gelegen sind. Sie eignen sich bei dem kurzen Zustieg auch perfekt für einen schnellen Kletterabstecher, wenn man nicht den ganzen Tag mit klettern verbringen kann oder möchte. Wir waren an unserem Abreisetag dort um noch ein oder zwei Routen zu klettern, da es am Tag zuvor geregnet hatte und unser Kletterbedürfnis noch nicht zufriedenstellend gestillt war. Wer hingegen einen ganzen Tag dort verbringen möchte, wird dort auch genügend Routen finden, um den Tag zu füllen. In unmittelbarer Nähe befinden sich nämlich noch weitere Kletterfelsen, die innerhalb weniger Minuten auf einer Art Rundweg fußläufig erreichbar sind: Die Breitenberg Parkplatzwand, die Oma Eichler Wand, der Aussichtsfels am Breitenberg, der Kesselpfeiler, die Breitenberg Nord- und Südwand und die Fellner Dolinenwand. Hier gibt es unterschiedlichste Expositionen, sodass für jede Jahreszeit und Wetterlage das Richtige gefunden werden kann.
Übernachtung
Die Region ist touristisch gut erschlossen, es gibt mehrere Pensionen und Campingplätze ganz in der Nähe. Extra für Kletterer wurde im nahegelegenen Tüchersfeld die sogenannte „Intensivstation“ errichtet. Ein Besuch der Webseite (https://www.die-intensivstation.de/) lohnt sich. Wir waren auf dem Campingplatz Bärenschlucht mit unserem VW-Bus und waren mit dem Preis-Leistungsverhältnis und dem Platz sehr zufrieden. Von dort waren es kaum 10 Minuten Fahrt bis zum Parkplatz.
Unser Fazit
Der Silvesterfels und der Tanzboden sind kleine aber feine Felsen, mit bester Felsqualität und für Frankenjura-Verhältnisse extrem gut abgesichert sind. Die Routen sind wirklich genau wie man sie sich im frankenjura vorstellt: kleine, scharfe Fingerlöcher und wulstige Überhänge. Gerade an heißen Sommertagen würden wir jederzeit wieder hierher kommen! Wenn wir das nächste mal in der Gegend sind, möchten wir gerne noch die Kletterei an den anderen Felsen dort ausprobieren. Eine absolute Empfehlung von uns!


