Überblick
Das Klettergebiet Grauer Stein liegt im schönen Oberallgäu in der Nähe von Burgberg, ganz nah bei der Starzlachklamm und bietet eine große Vielfalt an Routen für Anfänger bis Profis. Insgesamt 54 Routen und das ein oder andere Projekt sind hier zu finden. Besonders die zahlreichen technischen Klettereien auf einer vielfältigen Gesteinsmischung machen dieses Klettergebiet zu etwas Besonderem.
| Beste Saison | Frühling und Herbst |
| Exposition und Wetter | Süd-Ost, sonnig, der linke Teil ist durch den Wald eher schattig gelegen. |
| Felsart und Routencharakter | Kalk, Schiefer, plattige bis senkrechte Routen |
| Schwierigkeitsgrad | 3 bis 10+/11- |
| Absicherung | abwechslungsreich, ab und zu gibt es weitere Hakenabstände |
| Material | 80 m Seil, 14 Expressen, Helm |
| Topos / Literatur | Gebro: Allgäu-Rock |
| Parksituation | großer Parkplatz am Gasthof Alpenblick (6€ / Tag) |
| Zustieg | 2-5 Minuten |

Parken & Zustieg
Von Burgberg kommend vorbei an vielen Parkplätzen kommt man schließlich an einen sehr großen Parkplatz kurz vor dem Gasthof Alpenblick. Hier gibt es wirklich immer freie Plätze, sogar in der Ferienzeit sind wir hier jedes Mal fündig geworden. Das Parken kostet 6€ pro Tag, Durchschnittspreis für das Allgäu.

Vom Parkplatz aus geht ein Weg über die Wiese, dabei muss man zwei Mal über den Weidedraht steigen. Danach geht es auf einem schmalen Pfad rechtshaltend kurz durch den Wald, hier bei nassem Wetter aufpassen, dass es keinen Erdrutsch gibt, denn der Weg ist relativ ausgesetzt. Mit ein paar fest angebrachten Seilen kraxelt man dann zum Grauen Stein. Insgesamt dauert der Zustieg ca. 5 Minuten.



Kletterei

Die Kletterei ist wegen dem eigenartigen Gesteinsmix ziemlich einzigartig. Die meisten Routen schlängeln sich in plattigem Gelände bis zu 30-40m lang den Fels hinauf. Die Wegfindung ist hier nicht immer ganz einfach und man sollte auch beachten, dass einige Anteile von dem Gestein relativ brüchig sein können (Helm tragen!). Im zentralen und linken Sektor finden sich aber auch einige schwierige senkrechte Wandklettereien, es ist also für jeden etwas dabei. Am Abend kommt der mittlere Sektor auch in den Schatten, tagsüber ist es hier aber sehr sonnig und warm. Am linken Teil hingegen lässt es sich auch im Sommer ganz gut aushalten, da es dort durch den dichten Wald recht schattig bleibt.
Von uns begangene Routen
- Trockener Steg (5+): Leichte Platte mit schönen Bewegungen, oben raus werden die Hakenabstände weiter.
- Direkte Platte (6+): Technisch, der Name ist Programm. Liegt in mittig im zentralen Sektor. Auch hier werden die Hakenabstände oben weiter. Der Aussteig zieht merkwürdig nach rechts, etwas schwierig zum Abbauen.
- König der Drahtbürste (6+): Kurze Route, sehr gut abgesichert. Unten kurz in einer Mini-Verschneidung, oben kurze Platte.
- Oase (7-): Plattige Route im zentralen Sektor, Crux ist über das Band zu kommen, oben kleingriffig, sehr schöne Kletterei!
- D’r Hit (7): Für den Grad ordentlich technisch und schwierig mit Schlüsselstelle am Wulst. Sehr gut abgesichert, gute Route!
- Krampfader (8-/8+): Am Fels mit 8-, im Führer mit 8+ angegeben. Schöne Risskletterei mit langem Zug zum Ausstieg.
- Tour de France (8): Schwierige Platte im zentralen Sektor, hier ist Fußtechnik gefragt, weite Hakenabstände oben raus.
- Jump included (8+): Sehr schöne Route links an der Kante des zentralen Sektors. Unten eher kräftige Züge, oben tolle glatte Platte mit technischen Moves. Yannicks erste 8+ am Fels!




Praktische Tipps
Das Klettergebiet ist toll, wenn man sich kurze Zustiegswege wünscht. Auch für Familien ist es toll, denn es gibt einige sehr einfache Routen, die für kleine Kletterer sehr gut zu meistern sind. Daher sind dort auch häufig Familien mit kleineren Kindern anzutreffen. Man sollte aber vielleicht beim Zustieg auf den schmalen Wegen ein Auge auf die Kleinen werfen.
Wenn es die Tage zuvor geregnet hat, ist es hier aber teilweise lange nass, so wie bei unserem zweiten Besuch dort, da hatte es zwei Tage vorher extrem viel Niederschlag gegeben. Es gab trotzdem ein paar trockene Routen und am Nachmittag waren fast alle Routen kletterbar. Wenn es sehr heiß ist, so wie es bei unserem ersten Besuch der Fall war, kann man sich zunächst auf den linken Sektor konzentrieren. Der liegt im Waldschatten und dort konnten wir auch bei hochsommerlichen Temperaturen klettern. Danach verzieht sich die Sonne langsam aus dem zentralen Sektor, sodass man dort dann gegen Abend gut klettern konnte.
Wer am Grauen Stein noch nicht genug Routen zur Auswahl hat, der kann außerdem vom Parkplatz aus auch noch in das Klettergebiet Starzlachklamm laufen, das sind etwa 15 Minuten Gehweg. Das bietet sich auch als abkühlendes Alternativprogramm im Sommer an, wenn es zum Klettern doch zu warm ist.

Schattige Plätzchen für eine Brotzeit bieten sich vor allem im linken Teil des Gebiets an. Hier kann man ohne Steinschlaggefahr nach Belieben in der Sonne oder im Schatten seine Brotzeit genießen.
Fazit zum Klettergebiet Grauer Stein
Das Klettergebiet Grauer Stein ist für alle Plattenliebhaber ein wahres Schatzkästchen. Durch das Gesteinsgemisch wird die Kletterei hier äußerst abwechslungsreich, so manch einer wird aber sicherlich von dem brüchigen Teil in der Mitte abgeschreckt.
Vor allem die breite Vielfalt an Schwierigkeiten lässt hier jeden Kletterer zum Zug kommen, egal ob Anfänger oder Profi. Auch für die, die ein bisschen kräftigere Routen suchen sind hier ein zwei Touren dabei, die lohnenswert sind. Allerdings fanden wir die Routenführung ein bisschen verwirrend, da es viele ineinander verschlungene und sich schlängelnde Routen gibt und der richtige Weg nicht immer der logischste ist.
Insgesamt kommen wir gerne zum Grauen Stein, deshalb waren wir auch bereits zwei mal dort. Wir würden das Gebiet vor allem an kühleren und trockenen Tagen empfehlen für alle, die gerne technische Platten klettern oder für die, die gerne ins Outdoor-Sportklettern starten wollen, denn hier gibt es viele sehr leichte Touren für Einsteiger.


