Klettern im Allgäu | Seltmans

Überblick

Der Kletterfels Seltmans liegt im schönen Oberallgäu in der gleichnamigen Ortschaft, Nahe Weitnau. Das Konglomeratgestein liegt schattig am Waldrand und bietet eine große Vielfalt an Routen für Anfänger bis Profis. Insgesamt 60 Routen reihen sich hier nebeneinander, genug für viele Tage am Fels. Besonders die kleingriffige Kletterei im löchrigen Konglomerat im Überhang oder in der Senkrechten charakterisieren die Routen hier.

Beste SaisonGanzes Jahr
Exposition und WetterOst, morgens sonnig, der linke Teil ist durch den Wald eher schattig gelegen.
Felsart und RoutencharakterNagelfluh (Konglomerat) überhängende und senkrechte Routen
Schwierigkeitsgrad2- bis 10
Absicherungsehr gut, teilweise besser als in der Halle
Material40 m Seil, 14 Expressen, Helm
Topos / LiteraturGebro: Allgäu-Rock
ParksituationParken am Straßenrand in der Sackgasse (etwa 5-7 Parkplätze, kostenlos)
Zustieg1 Minute

Parken & Zustieg

Kempten kommend auf der B12 kann man bei der Ausfahr „Seltmans“ abfahren und biegt gleich danach rechts ab. Hier fährt man in eine Sackgasse, die in einen Fahrrad-/Fußweg mündet. Am Ende dieser Sackgasse kann man auf einem Schotterstreifen seitlich der Straße parken.

Parken an der Straßenseite der Sackgasse in Seltmans

Vom Parkplatz aus sieht man bereits den Felsriegel auf der anderen Seite eines kleinen Flusses. Man läuft über die Brücke, vorbei an einem kleinen Häuschen, durch das Weidegatter (unbedingt wieder schließen!) und schließlich auf dem kleinen Pfad direkt an den Fels. Der Zustieg dauert nur 1 Minute – ein großer Pluspunkt, besonders für Familien, die mit Kindern unterwegs sind.

Kletterei

Der Fels besteht aus Nagelfluh, dem Konglomerat, das man im Allgäu des Öfteren vorfindet. Man ist entweder Freund oder Feind mit dem speziellen Gestein. Fingerkraft und eine dicke Haut kommen einem hier definitiv zu Gute, da die scharfen Kanten doch relativ schnell zu schmerzhaften Fingerspitzen führen. Hat man sich jedoch erstmal angefreundet und auf den Fels eingelassen, findet man hier wirklich tolle Routen mit kleinen Fingerlöchern, aber auch mit großgriffigen überhängenden Routen. Das Gute: Fußtritte findet man in der Regel immer.

Die Routen sind alle mit Metallschild ausgewiesen, auf denen teilweise auch der Schwierigkeitsgrad angegeben ist, so ist es super einfach seine Route zu finden.

Man sollte nach langen Regenzeiten wissen, dass der Fels lange nass ist und man möglichst warten sollte, bis er komplett trocken ist. Das nasse Konglomerat ist sehr weich und dementsprechend brechen viele Griffe/Tritte aus, wenn es nass ist. Aber auch bei trockenen Bedingungen sollte man besser einen Helm tragen, da doch öfter mal der ein oder andere Stein ausbricht beim Klettern.

Von uns begangene Routen

  • Dickes Ende (5+/6-): Unten sehr leichte Platte, oben kleiner Schlussüberhang. Gut zum Warmwerden mit dem Fels.
  • Alte Zeiten (6-): Schöne senkrechte Kletterei, super abgesichert.
  • Auftakt (6): Schwieriger Einstieg, dann wieder einfachere leicht geneigte Kletterei.
  • Stachliger Pfad (6+): Kräftiger Einstieg im Riss, oben dann wieder einfacher. Ein Drahtseil oben stört etwas.
  • Crack flight (6+): Komische Linienführung nach rechts weg, insgesamt nicht so lohnenswert und schwer abzubauen.
  • Rotes Dach R.I.P. (7-): immer am Riss entlang und schließlich oben aus der Rinne raus, etwas seltsame Kletterei und recht schwer für den Grad.
  • Überhänger (7-): Super überhängende Route an guten Griffen, wenn man sie findet. Die Crux ist kurz nach dem Überhang, oben wird’s dann nochmal technisch. Eine richtig tolle Route, aber schon sehr kräftig für den Grad.
  • Sex Magic (7): Schöne senkrechte Route, klassische Konglomeratkletterei. Die Crux ist am letzten Haken, fies wenn man den noch nicht clippen kann, wenn man klein ist! Die restliche Route ist jedoch relativ leicht.
  • Steinbruch (7): Der Name ist Programm, etwas brüchig ist die Tour schon. Die Griffe sehen meist besser aus als sie sind.
  • Pech gehabt (7+): technisch anspruchsvolle Route in senkrechtem Gelände. Großen Leuten fällt sie anscheinend leichter (nach Rücksprache mit anderen Kletterern, die kleiner als Yannick sind zumindest).
  • Pia Jasmin (7+): technisch an der Kante entlang, etwas knifflig, aber schöne Kletterei.
  • Zwergentod (8-): Der Name ist auch hier Programm. Kräftige Route durch das Dach. Das schwierigste ist nach dem Überhang geschafft.
  • Pinguin (8): Zentral durchs Dach an guten Griffen. Ein griff ist mit einem „x“ markiert, der ist lose und sollte gemieden werden!
  • Superprise (8+/9-): Die Crux ist gleich am Anfang. Nach dem Überhang ist auch hier das schwierigste geschafft.
  • The Green Mile (8+/9-): Schwieriger Einstieg an schlechten Griffen im Überhang. Danach kommt ein langer Zug, Ausdauer schadet hier nicht!
Rechter Teil
Mitte mit rotem Dach
Linker Teil des Dachs
Linker, schattiger Teil

Praktische Tipps

Am rechten Teil der Wand gibt es sehr leichte Platten, bereits ab dem unteren 2. Grad. Optimal also für die kleinsten Kletterer, um ersten Felskontakt zu machen. Außerdem gibt es Bänke am Wandfuß, die äußerst komfortable Pausen ermöglichen.

Der kurze komfortable Zustieg macht Seltmans auch für Halbtags-Kletterausflüge zu einem perfekten Ziel. Bei der Routenvielfalt ist außerdem für jeden Kletterer etwas dabei.

Der Felsriegel ist nach Osten gerichtet. Bei sonnigem Wetter liegt der linke und ein kleiner Teil der rechten Wand bereits vormittags im Schatten der Bäume und man kann hier auch bei Hitze gut klettern. Das Dach kommt dann ab mittags in den Schatten. Nachmittags kann man dann wirklich überall gut klettern, sobald die Sonne hinter der Wand ist. Im Winter, wenn die Blätter gefallen sind, kann man hier dann gut in der Wintersonne klettern. Nach Regen unbedingt warten, bis es trocken ist, damit die Routen noch lange erhalten bleiben und nicht alles ausbricht!

Fazit zum Klettergebiet Seltmans

Das Klettergebiet Seltmans ist für alle Nagelfluh-Fans ein absolutes Muss! Hier gibt es alles, was die Konglomeratkletterei ausmacht: kleingriffige, löchrige Kletterei, aber auch stark überhängende kräftige Routen durch das zentrale Dach. Für uns ist Seltmans schon sowas wie unser „Haus-Klettergebiet“, trotz 30-minütiger Fahrt. Verwandtschaft von Yannick wohnt ganz in der Nähe, sodass wir die Klettertage hier immer mit Besuchen verbinden können und die große Routenauswahl lässt immer ein Projekt offen, für das sich das Wiederkommen lohnt. Neben den wirklich vielen Routen im leichteren 6-er und 7-er Bereich gibt es hier auch mehr als genug Auswahl an harten Routen, bis hin zur 10, sodass jeder Kletterer zum Zug kommt.

Wir kommen oft und gerne nach Seltmans, wegen dem unkomplizierten Zustieg ist auch am Nachmittag noch Zeit für eine Session am Fels. Zugegeben hatten auch wir anfangs Schwierigkeiten und vielleicht auch einen kleinen Hass auf das ungewohnte Konglomerat, mittlerweile hat man sich jedoch an das Gestein gewöhnt und es ist eines unserer liebsten Gebiete in unserer Umgebung. Sicherlich werden wir auch in Zukunft öfter vorbeischauen und unsere Tick-List um die ein oder andere Route erweitern.

 

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